Qualitätsstandards für Beistände: Das Leistungsprofil des Beistands (Stand 01.07.2011)

Der überregionale Arbeitskreis der Beistände in NRW hat Arbeits- und Orientierungshilfen für die Beistandschaft erarbeitet, die vom LVR-Landesjugendamt Rheinland in der Sammelmappe “Qualitätsstandards für Beistände” den Jugendämtern zur Verfügung gestellt werden.

Im Zuge der Reform des Kindschaftsrechts zum 01.07.1998 wurde die ehemalige "Amtspflegschaft" durch die "Beistandschaft" des Jugendamtes ersetzt. Ein vom LVR-Landesjugendamt Rheinland und dem LWL-Landesjugendamt Westfalen gegründeter überregionaler Arbeitskreis erarbeitete das am 13.06.2005 von den Landesjugendhilfeausschüssen Rheinland und Westfalen-Lippe beschlossene und seitdem regelmäßig überarbeitete Leistungsprofil für die Beistände.

Dieses Arbeitsprofil fordert die konsequente und einheitliche Umsetzung des gesetzlichen Arbeitsauftrages im Interesse des Kindes.

Nach einem Abriss der geschichtlichen Entwicklung des Familienrechts und der gesetzlichen Grundlagen für die Arbeit der Jugendämter werden die Aufgaben eines Beistands sowie die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen erläutert. Es folgen Ausführungen zur Qualitätsentwicklung.

Berufliches Selbstverständnis (Kap. 4.4, S. 16): 

"Der Beistand ist Interessenvertreter des Kindes.

Ziel ist es, Hilfesuchenden Beratung und Unterstützung zu geben sowie Wege und konkrete Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen (Hilfe zur Selbsthilfe).

Leitsatz: Soviel Beratung wie möglich, soviel Beistandschaft wie nötig

Der Beistand strebt die Akzeptanz der gefundenen Lösungen bei allen Beteiligten an. Abgestimmt auf die persönliche Situation der Hilfesuchenden agiert er als partnerschaftlicher Unterstützer und Dienstleister. Dabei ist der Beistand in seinem Aufgabenbereich gesetzlicher Vertreter des Kindes (§§ 1716 Satz 2, 1915 Abs. 1, 1793 BGB, 55 Abs. 2 SGB VIII). Er handelt eigenverantwortlich und weisungsunabhängig."

Die Broschüre steht auf der Website des LVR kostenlos zum Download zur Verfügung. 

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