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Sonntag, 07. Mai 2017 Markus Witt

Erfolgreiche Doppelresidenz-Veranstaltung in Berlin

Am 26. April 2017 versammelten sich rund 140 Teilnehmer, darunter rund 1/3 aus den familialen Professionen, in der Berliner Urania um der Frage nachzugehen: "Das Wechselmodell - die beste Lösung für alle?".

Natürlich ist die Doppelresidenz (Wechselmodell) nicht für alle Familien geeignet. Darüber waren sich auch alle Teilnehmer einig. Es ist aber deutlich geworden, dass die Doppelresidenz für viel mehr Familien passt, als sie bisher leben. Insofern wurde es auch begrüßt, dass der Bundesgerichtshof zumindest rechtlich für ein wenig Klarheit gesorgt hat. Auch konnten einige Vorurteile gegenüber der Doppelresidenz aus dem Weg geräumt werden. So wurde klargestellt, dass in jedem Umgangsmodell kommuniziert werden muss und zur Doppelresidenz oftmals kein Unterschied besteht.

Problematisch ist aber weiterhin ein nicht auf eine umfangreiche Betreuung beider Eltern ausgelegtes Unterhaltsrecht. Hier haben auch die Gerichte überwiegend noch keine befriedigenden Lösungen gefunden und der Gesetzgeber noch keine Anpassung vorgenommen. Auch weitere Gesetze sind auf das Leben von Kindern in zwei Haushalten noch nicht ausgerichtet. Es bleibt also viel zu tun.

Einig waren sich alle Podiumsgäste aber an einer Stelle: anhaltender Streit, vor allem, wenn die Kinder involviert sind, schadet den Kindern, in allen Betreuungsmodellen.

Die beste Lösung für Kinder ist es noch immer, wenn die Eltern es schaffen oder lernen, wieder vernünftig miteinander umzugehen, ihren Streit beilegen und sich gemeinsam auf die tatsächlichen Bedürfnisse ihrer Kinder konzentrieren - in allen Betreuungsmodellen. Und dazu gehört es in der Regel auch, beide Eltern lieben zu dürfen.

Impressionen der Veranstaltung sowie die Eingangspräsentation unsere Bundesvorstandsmitglieds Markus Witt findet ihr auf den Seiten des Landesvereins Berlin-Brandenburg.