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Freitag, 26. Mai 2017 Peter Franke
Ev. Kirchentag 2017 in Berlin

Psychologisch bis perplex - Fragen an den Väterverein

Der zweite Tag

Gegen Mittag bricht die Maisonne durch die Wolken und begleitet uns bis zum Abend, zum Konzert im Sommergarten der Messe. Viele Menschen aber strömen zunächst in die Messehallen und bringen ihre Fragen und Geschichten mit. Neue Besucher interessieren sich vor dem Stand für die Flyer, und die Wahlprüfsteine eine Kekswaffel oder die Papphocker für eine kleine Rast, während andere Mitglieder als gestern hinter dem Tisch von den Erfahrungen und Zielen des Väteraufbruch berichten.

Ein Familienpsychologe im Ruhestand - "ich bin über 80 und fahre immer noch regelmäßig nach Spanien" - stellt das Vater-Mutter-Kind-Modell für die Zukunft infrage. Torsten kontert mit dem Bild der nahen und ferneren Bindungen "wie die erste Schale einer Zwiebel, umgeben von weiteren, die zum Beispiel "soziale Eltern" und sonstige Bezugspersonen repräsentiert.

Ein Herr vom Bündnis für Grundsicherung erklärt, welche Wirkung eine staatlich organisierte, direkte Zahlung für Kinder haben könnte. Eheleuten würde der materielle Duck genommen, ungesunden Lebensstatus beizubehalten.

Derzeit sind viele Freiheiten aber strukturell eingeschränkt.

Eine kleine Tochter "taut auf", verlässt den Schoß ihres Papas und engagiert uns der Reihe nach als Lese- und Spielkameraden. Wir pusten einen Luftballon auf und lassen die Luft wieder kreischend entweichen. Warum hatte ihr Vater ein halbes Jahr Umgangsverbot aufgrund einer Falschdarstellung? Das tat dem Kind nicht gut, die Vertrautheit hat arg gelitten.

Zwei Schülerinnen mit poppig gesträhntem Haar können dem Vorstandsmitglied Ulrich Severin kaum glauben, dass solche Szenarien in Deutschland keine Seltenheit sind. Leider wird die Aufklärungsarbeit des Väteraufbruch weiter gebraucht. Ebenso die Angebote zum Gespräch in den Kreisgruppen, die schon vielen getrennten Eltern helfen konnten, ihren Mut und ihre Lebensfreude zu behalten, für die Kinder.