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Freitag, 29. September 2017 Markus Witt
Mediationsgesetz muss grundlegend überarbeitet werden

Im Streit um die Kinder bei Trennung muss Konsens die Leitlinie werden

Aktuelle Regelungen begünstigen Streit zu Lasten der Kinder

Das 2013 eingeführte Mediationsgesetz hat bei sich trennenden Eltern nahezu keine Wirkung erzielt, die Zahl der Mediationen verharrt auf niedrigem Niveau, wie ein aktueller Bericht der Bundesregierung zeigt. Noch immer regiert der Streit um die Kinder, Gerichtsverfahren nehmen seit Jahren zu. Grundsätzliche Änderungen müssen her, meint der Verein Väteraufbruch für Kinder e.V. (VAfK)

Dazu erklärt Markus Witt, Mitglied im Bundesvorstand des VAfK: „Wenn in der Trennungsphase ein Elternteil sich das Kind „sichert“, dann besteht für diesen kein Anreiz mehr, sich auf eine einvernehmliche Lösung auf Augenhöhe mit dem Ex-Partner und im Sinne der Kinder einzulassen. Die bestehenden gesetzlichen Regelungen provozieren Streit, die Kinder werden so zum Druckmittel im Konflikt ihrer Eltern“. Unter dem so befeuerten Streit der Eltern leiden vor allem die Kinder.

Dies möchte der Verein gerne ändern und hat daher in seiner Stellungnahme zum Evaluationsbericht der Bundesregierung entsprechende Änderungsvorschläge unterbreitet. Pflicht zur Mediation, bessere Ausbildung von Richtern und Mediatoren und die Beseitigung der größten Streitanreize (Unterhalt, Sorgerecht, bewusste Eskalation) sind einige der wesentlichen Punkte, die der Verein gerne geändert sehen würde.

„Wer streitet schadet seinen Kindern. Es kann daher von jedem Elternteil verlangt werden, dass er seine Verantwortung für sein Kind auch wahrnimmt und sich einer Mediation stellt. Auch wenn man sich als Paar trennt, Eltern bleibt man ein Leben lang“ meint Witt und hofft, dass die Anregungen des Vereins bei in einem vom Justizministerium bereits angekündigten Diskussionsprozess zukünftig zu einer Verbesserung der Situation vor allem für die Kinder führen wird.

Die Stellungnahme des Vereins ist auf dessen Homepage nachzulesen.